Rauch- und Wärmeabzugsanlagen gibt es in zwei grundsätzlich verschiedenen Bauarten. Für den Betreiber ist das keine akademische Frage: Sie entscheidet darüber, wer die Anlage überhaupt prüfen darf, wie schnell Ersatzteile verfügbar sind und was im Störungsfall passiert.
Pneumatisch: Druck statt Strom
Eine pneumatische Anlage arbeitet mit Druckgas, in aller Regel CO₂. Beim Auslösen sticht die Auslösestation eine Druckgaspatrone an, das Gas strömt über Leitungen zu den Zylindern an den einzelnen Klappen, und die Klappen fahren auf.
Wo man sie findet: In Industrie- und Logistikhallen, in vielen Bestandsobjekten aus den achtziger und neunziger Jahren, überall dort, wo eine große Zahl von Klappen in Brandgruppen zusammengefasst ist.
Ihre Stärke: Sie ist unabhängig vom Stromnetz. Fällt der Strom aus (und das ist im Brandfall der Normalfall), löst sie trotzdem aus.
Was sie fordert: Patronen haben ein Verfallsdatum. Leitungen können undicht werden. Die Prüfung braucht Systemkenntnis und Messtechnik, die mit Elektrotechnik nichts zu tun hat.
Elektrisch: Motor statt Gas
Eine elektrische Anlage öffnet über Kettenmotoren oder Spindelantriebe, angesteuert von einer RWA-Zentrale, üblicherweise mit 24 V oder 230 V. Die Zentrale hat eine Notstromversorgung mit Akkus, damit sie bei Stromausfall funktioniert.
Wo man sie findet: In Treppenhäusern, in Neubauten, in Bürogebäuden, überall dort, wo die Anlage auch als komfortable Lüftung genutzt wird.
Ihre Stärke: Sie lässt sich in die Gebäudetechnik einbinden, mit Wind- und Regenmeldern koppeln und täglich zum Lüften nutzen.
Was sie fordert: Die Akkus altern und sind das häufigste Ausfallteil. Steuerung und Verkabelung wollen mitgeprüft werden.
Der Vergleich auf einen Blick
| Pneumatisch | Elektrisch | |
|---|---|---|
| Energie | CO₂ aus Druckgaspatronen | Netzstrom mit Notstromakkus |
| Antrieb | Zylinder | Kettenmotor oder Spindel |
| Typisches Objekt | Industrie- und Logistikhalle | Treppenhaus, Bürogebäude |
| Tägliche Lüftung | eingeschränkt | ja, komfortabel |
| Häufigstes Ausfallteil | Patrone abgelaufen, Leitung undicht | Akku am Ende |
| Prüfung | Spezialgewerk | teils über Elektrofachkraft abbildbar |
| Ersatzteile | nicht im Baumarkt | breiter verfügbar |
Warum das für die Wartung entscheidend ist
Pneumatik ist ein eigenes Gewerk. CO₂-Auslösestationen, Druckgaspatronen, Zylinder statt Elektrik, Dacharbeit mit Absturzsicherung, Prüfung nach DIN 18232-2 und VdS 2098 statt nach VDE: Das ist etwas anderes als Mess-, Steuer- und Regeltechnik oder Lüftung.
In der Praxis führt das dazu, dass viele Objekte mit pneumatischen Anlagen schlechter betreut sind als die mit elektrischen. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil der vorhandene Haustechniker sie schlicht nicht prüfen darf.
Und im Störungsfall entscheidet Systemkenntnis darüber, ob die Anlage am selben Tag wieder läuft. Ersatzteile für pneumatische Systeme bekommt man nicht kurzfristig im Handel, man braucht den Lieferantenzugang.
Umrüsten: lohnt sich das?
Selten allein wegen der Bauart. Sinnvoll wird es, wenn ohnehin saniert wird: Wenn die Kuppeln oder das Lichtband erneuert werden, ist der Antrieb der kleinere Teil der Rechnung. Dann lohnt die Frage, ob eine elektrische Lösung mit Lüftungsfunktion für den Betrieb mehr bringt.
Solange die pneumatische Anlage prüfbar und in Ordnung ist, gibt es keinen Grund, sie zu ersetzen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, welche Bauart ich habe?
An der Auslösestation. Sehen Sie im Treppenhaus oder an der Wand eine Flasche oder Patrone, ist es pneumatisch. Ist dort ein Kasten mit Elektronik und Akkus, ist es elektrisch.
Wir haben beides im Objekt. Ist das ein Problem?
Nein, das ist im Bestand häufig: Treppenhäuser elektrisch, Hallendach pneumatisch. Wichtig ist nur, dass beide geprüft werden und dass Ihr Dienstleister beides kann.
Wie lange halten CO₂-Patronen?
Sie haben ein aufgedrucktes Verfallsdatum und gehören danach getauscht. Das ist einer der Punkte, den ein ordentliches Prüfprotokoll ausweist.
Wir prüfen beide Bauarten: bundesweit, Schwerpunkt Nord- und Ostdeutschland, mit eigenen Monteuren.
Rufen Sie an: 0800 0400 888, Sina Schröder oder Natalie Ebel · info@en-vier.de
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